CLUB 27

Der "Club 27", auch “Forever 27 Club” genannt, ist eine Bezeichnung für mehrere bedeutende Künstler, die alle im Alter von 27 Jahren gestorben sind. Oftmals wird daraus die – wissenschaftlich widerlegte – Vorstellung abgeleitet, dass dieses Alter für Musiker besonders gefährlich sei, da mit 27 Jahren mehr Künstler sterben würden, als in einem anderen Lebensalter.

Bild: Eileen Hunger


Dem Club wurden schon mehrere Ausstellungen gewidmet, es werden Merchandise-Produkte verkauft und das Thema wird auch oft in Romanen, Filmen und Ähnlichem aufgegriffen. Es gibt verschiedenste Theorien dazu, ob der Club 27 ein reales Phänomen ist und wirklich überdurchschnittlich viele Musiker in diesem Alter sterben. Während einige Leute an geheimnisvollen Zusammenhängen zwischen den Verstorbenen glauben, gibt es auch einige nachvollziehbare Erklärungen.


Viele meinen, dass die Mitglieder einen zu exzessiven Lebensstil hatten oder durch den Druck der Öffentlichkeit psychisch krank wurden. Die Mitglieder des Clubs sind dabei vor allem berühmte Musiker. Auf verschiedenen Auflistungen werden neben Musikern oftmals noch Schauspieler oder andere Stars erwähnt. Die Hauptmitglieder des Forever 27 Clubs sind aber die sogenannten “Big Six”: Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Amy Winehouse und der Künstler, nach dessem Tod das Konzept des Clubs breitere Bekanntheit erlangte: Kurt Cobain.

Der Nirvana Sänger und Gitarrist ist nur eines von vielen traurigen Beispielen, an welchem man die Auswirkungen von psychischen Erkrankungen sehen kann. Seine Kindheit verbrachte der Künstler in Aberdeen. Als er neun Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden. Da er mit dem neuen Partner seiner Mutter nicht auskam, zog er zu seinem Vater, welcher wenig später auch eine neue Lebensgefährtin fand.

Im Laufe der Zeit verschlechterte sich die Beziehung zu seinen Eltern, was sich negativ auf seine psychische Gesundheit auswirkte. Im Jugendalter wurde er erstmals mit dem Tod konfrontiert, da zu dieser Zeit zwei seiner Großonkel Suizid begingen. Nach mehreres Streits mit beiden Elternhäusern im Alter von 15 Jahren, wechselte Cobain in dieser Zeit und den folgenden Jahren mehrmals den Wohnsitz und wohnte zwischenzeitlich bei seinen Großeltern, einem seiner Onkel, bei den Eltern seines Freundes – insgesamt bei zehn verschiedenen Familien in vier Jahren.

Mit 18 Jahren brach er dann die Schule ab, um mit seiner damaligen Freundin zusammenzuziehen. Da er zu dieser Zeit keine Arbeit fand, geriet die Beziehung in eine Krise und er musste öfters im Auto schlafen. Es ging ihm mental immer schlechter, bis letztendlich Nirvana, im Jahre 1987, entstand. Mit der Band veröffentlichte er drei Studioalben und zahlreiche Singles, sowie EPs. Nirvana wurde immer berühmter, der Druck auf die Mitglieder zugleich immer höher. Kurt Cobain leidete an Magenproblemen, rauchte viel und trank viel Alkohol. Da keine Medikamente gegen seine körperlichen und psychischen Probleme halfen, konsumierte er viele Drogen – vor allem Heroin, da diese seine Schmerzen linderten.

Bald nach der Veröffentlichung des Albums Nevermind im September 1991 wurde sein Drogenkonsum exzessiver. Auch mehrere Therapieversuche halfen ihm nicht. Zusätzlich wurde bei Cobain später eine bipolare Störung diagnostiziert. Anfang März 1994 wurde die In-Utero-Tour aufgrund von Cobains Beschwerden unterbrochen. Am 4. März wurde der Nirvana Sänger, im Koma liegend, in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte konstatierten einen Suizidversuch durch die Einnahme von Beruhigungsmitteln. Dieser Behauptung widersprach Kurt Cobain später aber. Er selbst meinte, er hätte Schmerzmittel genommen und danach zu viel Alkohol getrunken. Sein Umfeld drängte ihn nach diesem Vorfall, sich einem Drogenentzug im Exodus Recovery Center in Marina Del Rey zu unterziehen. Im April des gleichen Jahres floh er jedoch von dort und tauchte unter – die Band hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon getrennt. Am 5. April 1994 verstarb Cobain in seinem Haus in Seattle. Man hat ihn mit einer Überdosis Heroin und einem Kopfschuss aus seiner Selbstladeflinte aufgefunden. Er hinterließ einen Abschiedsbrief, in dem er sich vor allem an seine Frau und Tochter wandte. Laut seinem näheren Bekanntenkreis verschlechterte sich seine mentale Gesundheit durch den plötzlichen Erfolg Nirvanas rapide. Er konnte mit der Aufmerksamkeit und dem dadurch entstehenden Druck nicht umgehen, weshalb er den Tod als einzigen Ausweg sah.

Bis heute zählen die Mitglieder des Forever 27 Clubs als legendäre und einflussreiche Künstler. Der Club wird immer wieder in verschiedenen Zusammenhängen erwähnt und dies wird sich wahrscheinlich auch in Zukunft nicht ändern. Der Club 27 als Mythos wird noch für eine lange Zeit existieren und man kann nur hoffen, dass nicht mehr allzu viele Musiker ihm beitreten werden. (ehu)

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